Zu warmer und zu nasser August

Der August war in Gemünd deutlich zu warm und am Ende auch zu nass.

Der Mittelwert der Temperatur lag bei 18,5°C, das sind 2,0 K über dem Durchschnitt von 1971 bis 2000.
In der ersten Monatshälfte quälten uns gleich zwei Hitzewellen mit Höchsttemperaturen von 35,3°C am 03.08. und 35,8°C am 14.08..
Insgesamt brachte der August 3 Wüstentage über 35°C, 9 Hitzetage über 30°C und 16 Sommertage über 25°C.
Aber in klaren Nächten und trockener Luft konnte der letzte Sommermonat auch sehr frisch werden.
So wurde am 24.08. ein Minimum von 3,7°C gemessen. In höheren Tallagen im Monschauer Land gab es sogar Bodenfrost.
Insgesamt gab es wegen der niedrigen Luftfeuchtigkeit noch 11 Nächte mit Tiefsttemperaturen unter 10 Grad.
Zur Monatsmitte stellte sich das Wetter grundlegend um auf eine Nordwest bis Westwetterlage,
und so war der Monat in eine extrem heiße erste Hälfte und eine deutlich kühlere zweite Hälfte geteilt.
Letztere hat wohl verhindert, dass der Sommer 2026 den bisherigen Rekordsommer 2003 in Sachen Wärme übertroffen hat,
denn es fehlte nur etwa 0,1 K um den (deutschlandweiten) Rekord zu brechen.

Auch bezüglich des Niederschlags war der August zweigeteilt:
Nach der extrem trockenen ersten Monatshälfte wurde am 17.08. eine mehr als 2-monatige Dürre beendet.
Mit der Umstellung der Wetterlage kam endlich der langersehnte Regen und wenigstens die Wiesen sind mittlerweile wieder grün.
In der ersten Monatshälfte fielen nur 7 l/m² Regen, in der zweiten dagegen 82,6 l/m².
Die Gesamtmenge von 89,6 l/m² entspricht 152% des langjährigen Mittels. Damit war der August letztendlich noch deutlich zu nass.
Ein Segen für die Natur! Die größte Tagesmenge von 29,8 L7m² fiel am 19. August.

Die Sonne schien im August 193 Stunden in der Gemünder Tallage. Das entspricht 101% und war damit durchschnittlich.

Der Luftdruck war im Mittel ausgeglichen bei 1014,2 hPa. Er schwankte nur wenig zwischen 999,4 hPa am 19.08. und 1024,3 hPa am 12. August.

Der Wind blieb bis auf einzelne Gewitterböen unauffällig.

Der Sommer 2026 war rekordverdächtig warm: Es gab fünf Hitzewellen, von denen die erste Ende Juni mit Abstand am extremsten und längsten war.
In Gemünd beträgt die Abweichung zum Klimamittel von 1971 bis 2000 +3,0 K! Zum neuen Klimamittel von 1991 bis 2020 sind es +2,5 K.
Am 27. Juni gab es einen neuen Temperaturrekord mit 39,7°C in Gemünd, nach 39,0°C im August 2003. Dazu einen neuen Rekord an Hitzetagen über 30°C.
Bis Ende August waren es unglaubliche 30 heiße Tage in diesem Jahr! Von diesen waren 9 Wüstentage über 35°C!
Der bisherige Rekord lag bei 19 Hitzetagen im Jahr 2022.
Dazu kam eine große Trockenheit. Von Juni bis August (meteorologischer Sommer) fielen 132,8 l/m² Niederschlag, was 68% der normalen Menge entspricht.
Im Juni und Juli gab es zusammen nur 43,2 l/m² (32% der normalen Menge!). Der Juli war mit 6,4 l/m² der trockenste seit Aufzeichnugsbeginn 1906.
Das Ergebnis waren Mitte August katastrophale Großbrände im Hürtgenwald und im Hohen Venn (hier sind über 3000 ha Fläche verbrannt!),
die international für Aufsehen gesorgt haben. Es waren Brände, wie man sie sonst nur aus Südeuropa kennt.

Wetterstation Hellenthal-Rescheid 632 m ü. NN August 2026

Temperaturmittel 18,1°C
Maximale Lufttemperatur 33,1°C am 14.08.
Höchstes Tagesmittel der Temp. 26,9°C am 14.08.
Niedrigstes Tagesmittel der Temp. 11,9°C am 23.08.
Niedrigste Tageshöchsttemperatur 15,9°C am 25.08.
Minimale Lufttemperatur 7,6°C am 23.08.
Monatlicher Niederschlag 82,6 l/m²
Verdunstung 116,2 l/m²
Maximaler Tagesniederschlag 32,4 l/m² am 19.08.
Sonnenscheinstunden 235 (123% des Gemünder Normalwertes)
Max. Windstärke 54,7 km/h am 28.08.
Frosttage (Tmin. <0°C) 0
Eistage (Tmax. <0°C) 0
Sommertage (Tmax. >=25°C) 13
Hitzetage (Tmax. >=30°C) 4
Tropennächte (Tmin. >=20°C) 1 am 14.08.

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