Trocken-kalter Februar

Der Februar war in Gemünd deutlich zu kalt und zu trocken.

Er war das genaue Gegenteil vom vorherigen Januar. Während der Januar mit 4,6 Grad Mitteltemperatur 3,1 K zu warm und mit 131 l/m² viel zu nass war,
änderte sich das Wetter im Februar komplett. Die Mitteltemperatur lag bei -2,0°C und damit 3,5 K unter dem Durchschnitt der Jahre 1971 bis 2000.
Wir hatten 26 Frosttage und beachtliche 7 Eistage im letzten Monat. Nur am 02.02 und am 15.02. blieb es frostfrei (Januar nur 4 Frosttage / kein Eistag).
Besonders kalt war es vom 06.02. bis 09.02. mit Temperaturen bis -11,7°C und 3 Eistagen. Ab dem 22.02. drehte der Wind dann immer mehr auf Ost bis Nordost
und es wurde durch das kräftige Hoch "Hartmut" über Nordeuropa (bis 1055 hPa) immer kältere Luft aus Westsibirien und vom Nordpol nach Mitteleuropa geführt.
Das geschah mit einem oft kräftigen, sehr eisigen Wind, der die Kälte noch deutlich spürbarer machte. Vom 25.02. bis 28.02. herrschte durchgehend Dauerfrost (4 Eistage),
der sich bis zum Vormittag des 3. März fortsetzte. Am 28.02. wurde dann nach sternenklarer, windstiller Nacht mit -15,1°C die tiefste Temperatur
des ganzen meteorologischen Winters erreicht. Es war die tiefste gemessene Februartemperatur seit 1999 (-15,2 Grad), und das ohne Schneedecke (Kahlfrost).
Das zeigt, wie kalt diese Luftmasse gewesen ist. Die Tageshöchsttemperatur lag bei -4,2°C, die Durchschnittstemperatur bei -9,4°C.
In Kalterherberg-Tal wurden sogar -20,3°C gemessen, allerdings mit Schneedecke. Es war der kälteste Februar in Gemünd seit 27 Jahren (1991 -2,6°C Mittelwert).
Die höchste Temperatur des Monats wurde am 16.02. mit 6,3°C erreicht.

An Niederschlag fielen im Februar 2018 nur 20 l/m², hauptsächlich als Schnee in der ersten Monatshälfte. Das entspricht 31% des langjährigen Mittels von 1971-2000.
Ab dem 16.02. blieb es nahezu trocken. Vom 04.02. bis zum 16.02 lag durchgehend eine geringe Schneedecke bis maximal 7 cm Höhe am 06. und 07.02.
Insgesamt lag an 13 Tagen Schnee. Reste an Nordhängen hielten sich den ganzen Monat.

Der Luftdruck lag im Mittel bei 1016,4 hPa. Minimum 1000 hPa, Maximum 1028 hPa.

Starke Sturmereignisse traten im Februar nicht auf. An der Wetterstation wurde als Windspitze 27 km/h registriert. Spürbar war der Wind jedoch fast immer.
Wegen der Sturmschäden des letzten Januars (Burglind und Friederike, siehe Monatsbericht Januar 2018) wurde der hohe Fichtenwald,
der im Nordhang 30 Meter südlich der Wetterstation stand, zwischen dem 20. und 23.02. gerodet. Somit erhält die Wetterstation jetzt auch im Winter nachmittags etwas Sonne.
Es wurden 32 Sonnenstunden registriert. Der Wert ist jedoch noch nicht repräsentativ für Gemünd. Im Rheinland wurden 130-140 Stunden gemessen ( ca.170% des Normalwertes).

Des Weiteren könnte sich nach der Rodung des Fichtenwaldes das Mikroklima im Bereich der Wetterstation ändern.
So scheinen bereits jetzt höhere Windgeschwindigkeiten und insgesamt mehr Wind zu herrschen. Möglicherweise wird auch die Luftfeuchtigkeit insgesamt etwas fallen.
Im Sommer könnten wegen der fehlenden, kühlenden Wirkung des Waldes höhere Temperaturen auftreten.